Klostergarten macht Schule

2017-01-23_2154

In den Lehrplan fest integriert: Ökologischer Gartenbau im historischen Klostergarten.

Seit 2016 ist der Klostergarten des UWC offizieller Schulgarten, ausgezeichnet durch das baden-württembergische Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport. Im Rahmen des Wettbewerbs „Lernen für die Zukunft – Gärtnern macht Schule“, bei dem sich 153 weitere Schulen beworben haben, wurde das UWC in die höchste Stufe eingeordnet. Für das pädagogische Team rund um Agrarwissenschaftlerin Eva-Maria Schüle sowie den Nachhaltigkeitskoordinator der Schule ist dies ein Erfolg. Für sie ist die Gartenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern ein wertvoller Teil im Gesamtkonzept des UWC, das auf ganzheitlicher Ebene Nachhaltigkeit vermitteln möchte: „Neben der Vermittlung der Tatsache, dass anstehende Arbeiten bewältigt werden müssen, ist es uns wichtig, die Freude an der Natur und am Gärtnern zu fördern, Eigeninitiative und Zusammenarbeit anzuregen“, so Gartenpädagogin Eva-Maria Schüle.

Eine Einführung in den ökologischen Gartenbau erhalten die Jugendlichen vor allem im Rahmen des IB Bestandteils „CAS“ (Creativity, Activity, Service). Drei Gruppen von je acht bis zwölf Personen sind in einem zeitlichen Umfang von 2,5 Wochenstunden im Garten tätig. Die Klostergarten-CAS Zeiten sind Dienstags, Mittwochs und Freitags. Auch im Rahmen des „College Job“, einem obligatorischen Schülerdienst von ca. 1,5 Wochenstunden sind verschiedene Schülergruppen im Garten und auf dem Gelände tätig, so z.B. das „Garden Maintenance Team“, die „Polytunnel Growers“, die „Polytunnel Technicians“ sowie die „Compost & Mushrooms Helpers“ und “Wood Workers”.

Kranzbinden Madeleine Hager

Schüler beim traditionellen Kranzbinden.
Photo: Madeleine Hager

“I really like the Klostergarten Service since it is nice to be outside, working physically on a Friday afternoon in combination with nice conversation with my peers and the locals from Freiburg. The activities we do are fun and diverse since the conditions are always different depending on the season and also unpredictable because of weather conditions. Nonetheless, the work needs to be done no matter how shitty the weather is. Some things we did were: digging over, sowing ray and planting e.g. winter onion, taking care of the compost, weeding, preparing the garden for winter: covering the patches in hay, harvesting and sorting seeds, taking the dahlia roots out…” (RBC Schülerin, 2014-2016)

Der Garten als Ort der Begegnung

Seitdem das UWC 2014 in die Kartaus eingezogen ist, wird der Klostergarten auf Handarbeitsstufe bewirtschaftet. Für die Schüler stellt das Umgraben einen beliebten Ausgleich zum akademischen Unterricht dar. Lediglich das Mähen der Gartenwege erfolgt maschinell. Auch in der Orientierungswoche am Anfang des Semesters bildet der Garten einen Schwerpunkt und ist idealer Ort, um das erste Kennenlernen zu fördern. Das Wort „Sonnenblume“ auf Lateinisch zu lernen und nebenbei die eigene Sprache mit neuen Mitschülerinnen und Mitschülern aus aller Welt teilen – das fördert von Anfang an den Austausch und schafft Nähe zur Natur. Und wenn 200 Jugendliche mit anpacken, dann kann innerhalb von einer Woche sehr viel geschafft werden. Ein paar Beispiele hier:

  • Errichtung eines Foliengewächshauses (siehe Kapitel Folientunnel
  • Nachmahd auf den Grünlandflächen zusammenrechen und abtransportieren
  • Weideflächen von herabgefallenen Ästen befreien
  • Kanalbett säubern, Aushub zum Foliengewächshaus transportieren
  • Umgraben des abgeernteten Roggenfeldes und weitere Gartenarbeiten
  • Unkraut jäten im gesamten Ehrenhof
  • Äpfel auflesen und Saft pressen

Sie wollen mehr zur Arbeit im Garten erfahren? Hier gelangen Sie zur Dokumentation & Anmeldung für den Schulgartenwettbewerb.