Geschichte der Kartaus

Das UWC Robert Bosch College befindet sich auf dem Gelände der Kartause Freiburg, einem ehemaligen Kloster des Kartäuserordens im Freiburger Stadtteil Waldsee.

Das ehemalige Kartäuserkloster geht zurück auf die Stiftung eines Freiburger Privatmanns, des Bürgermeisters und Ritters Johannes Schnewlin-Bernlapp, die auf das Jahr 1345 datiert wird. Zur Gründungszeit umfasste die Kartause nur zwei Mönchszellen. Nach dem Tod des Stifters 1347 erweiterten die Mönche die Anlage auf fünf Zellen, später auf zwölf Zellen. Im frühen 16. Jahrhundert wurde die Anlage durch ein Refektorium und eine spätgotische Kirche ergänzt. Fenster nach Entwürfen des schwäbischen Malers Hans Baldung Grien schmückten das Kirchengebäude.

Schon früh besaß das Kloster enge Verbindungen zur Freiburger Universität. So war Gregor Reisch von 1502 bis 1525 Prior des Klosters. Er lehrte gleichzeitig als Professor an der Universität und gilt als einer der bedeutenden Vertreter der Spätscholastik. Das Kloster unterstützte in dieser Zeit bedürftige Studenten und erhielt zugleich finanzielle Zuwendungen aus dem universitären Umfeld. Es entstand eine umfangreiche Klosterbibliothek, die sich u.a. aus Schenkungen von neu ins Kloster eingetretenen Mitgliedern speiste sowie aus Nachlässen von Universitätsprofessoren.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kartause durch das schwedische Heer stark verwüstet. Als Kaiser Joseph II. im Jahr 1782 die Aufhebung aller Kartäuserklöster anordnete, mussten auch die Freiburger Kartäuser ihr Kloster aufgeben. Gebäude und Grundbesitz fielen an den Staat und wurden 1783 an Franz Anton Freiherrn von Baden verkauft. Die Kartause wurde zum Adels-Landsitz umfunktioniert. Der Kreuzgang mit den Mönchszellen wurde abgerissen und an dessen Stelle ein Park angelegt. Zwar blieb die Kirche erhalten, doch die kostbaren Glasfenster wurden an verschiedene Gemeinden verkauft.

Im Jahr 1894 erwarb die Stiftungsverwaltung Freiburg die Anlage und richtete ein Altersheim, später ein Pflegeheim, in der Kartause Freiburg ein. Da um das Jahr 2000 notwendige Sanierung des Kartäuserklosters wirtschaftlich nicht vertretbar war, wurde im Stadtteil Waldsee ein neues Heim errichtet. Die letzten Bewohner zogen Ende 2008 aus. Bis Mai 2012 wurde die ehemalige Klosteranlage als Zwischendepot für die Städtischen Museen Freiburg genutzt.