
Gegen Dengue: UWC-Schülerin Tenzin ausgezeichnet
Am UWC Robert Bosch College stehen Schülerinitiativen im Mittelpunkt der Bildung für Frieden und Nachhaltigkeit. Dieser Geist spiegelt sich in dem Projekt „Stop the Bite: Together Against Dengue“ der Schülerin Tenzin Choekyi aus dem ersten Jahrgang wider, das kürzlich mit einem Stipendium von Go Make a Difference (GoMAD) ausgezeichnet wurde, einem Programm, das wirkungsvolle, von Studenten geleitete Projekte in der gesamten UWC-Bewegung unterstützt.
Eine gemeinschaftsorientierte Antwort auf eine Herausforderung für die öffentliche Gesundheit
„Stop the Bite“ ist eine von Jugendlichen geleitete Initiative, die die Ausbreitung des Dengue-Fiebers in drei tibetischen Siedlungen in Südindien bekämpft: Bylakuppe, Hunsur und Kollegal in Karnataka. Das Projekt, das über vier Wochen während der Monsunzeit durchgeführt wurde, kombiniert Aufklärung, Prävention und nachhaltige Intervention, um ein wiederkehrendes und ernstes Problem der öffentlichen Gesundheit zu bekämpfen.
Dengue-Fieber, eine durch Mücken übertragene Krankheit, stellt in Indien nach wie vor eine große Bedrohung dar. Allein im Jahr 2025 wurden landesweit fast 50.000 Fälle gemeldet. In Bylakuppe war die Situation besonders schlimm, rund 60% der tibetischen Bevölkerung waren im selben Jahr betroffen. „Es gibt keine wirkliche Heilung für Dengue“, erklärt Tenzin. „Das Wirksamste, was wir tun können, ist die Vorbeugung – aber das erfordert ein Bewusstsein, und nicht jeder hat Zugang zu diesem Wissen.“
Von der Forschung zur Aktion
Die Idee für das Projekt entstand in Gesprächen mit medizinischen Fachkräften und Gemeindemitgliedern. Nachdem sie zunächst andere Gesundheitsrisiken in Betracht gezogen hatte, änderte Tenzin ihren Fokus, nachdem sie das Ausmaß und die Dringlichkeit der Dengue-Infektionen in ihrer Gemeinde erkannt hatte. „Man glaubt vielleicht, ein Problem von außen zu verstehen“, sagt sie, „aber wenn man mit den Menschen vor Ort spricht, erkennt man, was wirklich wichtig ist.“
Eine wichtige Erkenntnis war, dass die bestehenden Aufklärungskampagnen oft nicht alle Teile der Gemeinschaft erreichen. „Informationen werden normalerweise an zentralen Orten weitergegeben, aber nicht jeder nimmt an diesen Veranstaltungen teil“, bemerkt Tenzin. „Deshalb wollte ich die Kampagne direkt zu den Menschen bringen.“
Der Ansatz des Projekts ist sowohl umfassend als auch integrativ. Im Laufe von vier Wochen wird Tenzin leiten:
- Dorfbesuche in zwei Dörfern pro Tag, um die Bewohner in Diskussionen über Dengue-Prävention und die Früherkennung von Symptomen einzubeziehen
- Schulbasierte Programme, einschließlich interaktiver Präsentationen, Quiz und Wettbewerbe, um das Lernen interessant und einprägsam zu gestalten
- Kreativ-Workshops in Grundschulen, in denen Schüler Plakate entwerfen, die wichtige Botschaften vermitteln und die sie mit nach Hause nehmen
- Veranstaltungen in der Gemeinde, einschließlich einer großen Aufklärungsveranstaltung in Zusammenarbeit mit einem örtlichen Arzt
- Verteilung von Broschüren, um sicherzustellen, dass die Informationen die Haushalte und öffentlichen Plätze in den Siedlungen erreichen
Indem sich das Projekt sowohl an Jugendliche als auch an Erwachsene wendet, will es eine Kultur der gemeinsamen Verantwortung aufbauen. „Wenn die Kinder die Botschaft nach Hause bringen, nehmen die Familien sie ernst“, erklärt Tenzin. „Es wird zu etwas, das der ganzen Gemeinschaft am Herzen liegt.“
Langfristige Wirkung
Neben der Sensibilisierung geht „Stop the Bite“ auch die strukturellen Herausforderungen bei der Mückenbekämpfung an. Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Einführung von Vernebelungsmaschinen zur nachhaltigen Reduzierung der Moskitopopulationen. Diese werden von den örtlichen Gesundheitszentren verwaltet, wobei geschulte Gemeindemitglieder für ihren kontinuierlichen Einsatz sorgen.
Tenzin betont, wie wichtig es ist, langfristig zu denken: „Ich wollte nicht, dass dies nur eine einmalige Kampagne ist. Das Ziel ist es, etwas zu schaffen, das die Gemeinschaft aus eigener Kraft weiterführen kann.“
Anerkennung durch GoMAD
Die Unterstützung durch GoMAD stellt nicht nur Mittel zur Verfügung, sondern bestätigt auch das Potenzial des Projekts für eine nachhaltige Wirkung. Das Programm wurde entwickelt, um Schüler:innen zu befähigen, die Initiative zu ergreifen und Veränderungen herbeizuführen, und ermöglicht es Projekten wie „Stop the Bite“ von der Idee zur Umsetzung zu gelangen. Wie Tenzin es ausdrückt: „Es geht nicht nur darum, eine Krankheit zu stoppen – es geht darum, einer Gemeinschaft zu helfen, sich selbst zu schützen.“


