Unser Special Focus Day on Peace & Conflict lädt die gesamte Schulgemeinschaft ein, den regulären Stundenplan zu unterbrechen und einen Tag des gemeinsamen Lernens, des Dialogs und der Reflexion zu verbringen. Der von Schüler:innen und Mitarbeiter:innen gemeinsam organisierte Tag ersetzt den regulären Unterricht und verwandelt den Campus in einen Raum der Erkundung, in dem Frieden nicht nur als globales Thema, sondern als etwas zutiefst Persönliches, Soziales, Politisches und Praktisches untersucht wird.
Den ganzen Tag über wählen die Jugendlichen aus einem breiten Angebot an interaktiven Workshops, die sich dem Thema Frieden und Konflikt aus vielen Blickwinkeln nähern: Innenleben und Beziehungen, Geschichte und Geopolitik, soziale Gerechtigkeit, Kreativität, Natur und bürgerliche Verantwortung. Anstelle von passiven Vorträgen liegt der Schwerpunkt auf Diskussion, Teilnahme und gelebter Erfahrung. Es werden Möglichkeiten geschaffen, zuzuhören, Fragen zu stellen, respektvoll zu widersprechen und sich Alternativen vorzustellen.
Einige Workshops befassen sich mit dem Frieden im eigenen Leben und in alltäglichen Beziehungen. So bieten z.B. Kurse über gewaltfreie Kommunikation und aktives Zuhören praktische Hilfsmittel für die Bewältigung von Konflikten in Freundschaften, Familien und Gemeinschaften. Andere laden die Teilnehmer dazu ein, durch kreatives Schreiben, Poesie, Briefeschreiben, Meditation oder sogar Bewegung innerlich zu reflektieren – wie z.B. ein Workshop, der das Laufen und die Zeit in der Natur als Metapher für innere Ruhe und die Verbindung zu anderen und der Umwelt nutzt.
Andere Workshops befassen sich mit globalen und strukturellen Konflikten. Die Schüler:innen können zeitgenössische geopolitische Themen wie die Beziehungen zwischen China und Taiwan, den politischen Status Grönlands oder den israelisch-palästinensischen Konflikt sowie historische und regionale Fallstudien aus Ruanda, dem Südsudan, Afghanistan, Ostasien und Europa untersuchen. Diese Sitzungen betonen die Vielschichtigkeit der Erzählungen, den historischen Kontext und die Komplexität hinter den Schlagzeilen.
Der Frieden wird auch durch die Brille der sozialen Gerechtigkeit und Ungleichheit betrachtet. Workshops befassen sich mit Themen wie wirtschaftlicher Ungleichheit und Klassenkonflikten, Racial Profiling und Polizeigewalt, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus, LGBTQ+-Rechten und den anhaltenden Auswirkungen des Kolonialismus. Andere konzentrieren sich auf Erinnerung und Verantwortung, zum Beispiel durch die Reinigung von Stolpersteinen in der Stadt oder die Digitalisierung der Geschichten von Holocaust-Opfern – eine Verbindung zwischen Erinnerung, Gerechtigkeit und Friedensschaffung.
Auch Kreativität und Fantasie spielen eine zentrale Rolle. Durch Kunst, Fotografie, Geschichtenerzählen, Blackout-Poesie, Anime und Rollenspiele erkunden die Schüler:innen, wie Frieden ausgedrückt, herausgefordert und praktiziert werden kann. Aktivitäten wie ein simulierter EU-Friedensgipfel oder Workshops über Kunst als Werkzeug für den Frieden ermutigen die Teilnehmenden, mit Entscheidungsfindung, Zusammenarbeit und Empathie zu experimentieren.
In all diesen Workshops bleibt eine Idee konstant: Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Konflikten, sondern eine ständige Praxis. Er entsteht durch die Art und Weise, wie wir für uns selbst sorgen, wie wir mit anderen umgehen, wie wir uns mit Unterschieden auseinandersetzen, wie wir uns an die Vergangenheit erinnern und wie wir Verantwortung für die Welt übernehmen, die wir teilen.
Der Peace & Conflict Special Focus Day ist eine Gelegenheit für die Gemeinschaft, sich zu entschleunigen, nachzudenken und voneinander zu lernen. Wir verlassen unsere normale Routine, um schwierige Fragen zu stellen, verschiedene Perspektiven zu hören und zu erforschen, wie Frieden in der Praxis aussehen könnte, sowohl lokal als auch global.