
Liveable Cities of the Future Woche: Die Vorstellung einer besseren urbanen Zukunft
Liveable Cities of the Future Woche: Die Vorstellung einer besseren urbanen Zukunft
Am UWC Robert Bosch College bedeutet Lernen manchmal, das Klassenzimmer ganz zu verlassen. Während unserer jährlichen „Liveable Cities of the Future Week“ unterbrechen 100 Erstsemester ihren regulären Unterricht für eine intensive, praktische Auseinandersetzung mit einer zentralen Frage: Wie können wir Städte entwerfen, die sowohl für die Menschen als auch für den Planeten wirklich funktionieren?
Eine Woche lang verwandelt sich der Campus in ein Zentrum für Kreativität, Zusammenarbeit und reale Problemlösungen. Die Schüler:innen werden in 16 Teams eingeteilt, denen jeweils eine weniger bekannte globale Stadt zugewiesen wird – Orte, die viele von ihnen noch nie zuvor gesehen haben. Diese bewusste Wahl zwingt die Schüler:innen dazu, über vertraute Kontexte hinaus zu denken und sich mit verschiedenen urbanen Realitäten auf der ganzen Welt auseinanderzusetzen.
Lernen über das Klassenzimmer hinaus
Die Woche beginnt mit drei Tagen Workshops und Exkursionen, die aus einem beeindruckenden Programm von 47 verschiedenen Angeboten ausgewählt wurden. In diesen Veranstaltungen lernen die Jugendlichen eine Vielzahl von Perspektiven auf das städtische Leben kennen – von Nachhaltigkeit über soziale Gerechtigkeit bis hin zu Design und Governance.
Die Workshops ermutigten die Teilnehmenden, Annahmen zu hinterfragen und innovative Ideen zu erforschen. In **Doughnut Economics** stellten die Schüler:innen traditionelle wachstumsorientierte Modelle in Frage und untersuchten, wie Städte innerhalb der planetarischen Grenzen gedeihen können. In Green Buildings & Materials untersuchten sie, wie Bauentscheidungen – von Beton bis Bambus – sowohl die Auswirkungen auf das Klima als auch das menschliche Wohlbefinden beeinflussen. Bei Hands-on Solar erhielten die Schüler einen praktischen Einblick in Technologien für erneuerbare Energien und deren Rolle bei der Energieversorgung zukünftiger Städte.
Die sozialen Dimensionen des städtischen Lebens standen ebenfalls im Mittelpunkt. In Planning Cities with Gender Equality in Mind untersuchten die Schüler:innen, wie die Stadtplanung in der Vergangenheit bestimmte Gruppen ausgeschlossen hat – und wie eine integrativere Planung die Städte neu gestalten kann. Der Workshop Governance – Macht in der Stadt lud die Teilnehmende ein, ihre eigenen Modelle der Stadtverwaltung zu entwerfen, während Grounded Futures untersuchte, wie Natur und Wohlbefinden in die städtische Umwelt integriert werden können.
Auch kreative und kulturelle Perspektiven spielten eine Rolle. Ein Höhepunkt der Woche war ein spezieller Kunstworkshop unter der Leitung südafrikanischen Künstlers Nelson Makamo, der den Schüler:innen eine einzigartige Gelegenheit bot, künstlerischen Ausdruck mit urbanem Geschichtenerzählen zu verbinden.
Freiburg als lebendiges Labor
Die Nachmittage waren Exkursionen gewidmet, bei denen Freiburg und seine Umgebung als reale Fallstudie für nachhaltige Stadtentwicklung genutzt wurden.
Die Schüler:innen erkundeten erneuerbare Energiesysteme aus erster Hand, vom Besuch einer Biogasanlage, die Lebensmittelabfälle in Energie umwandelt, bis hin zur Besichtigung eines Wasserkraftwerks auf dem Campus. Andere reisten zum Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme, um sich über die modernste Wasserstofftechnologie zu informieren.
Mobilität und Stadtgestaltung wurden durch Aktivitäten wie Fahrradtouren zur Erkundung der Freiburger Fahrradinfrastruktur, eine Mobilitätsrallye durch die Innenstadt und einen Besuch des berühmten Vauban-Viertels, das weithin als Vorbild für nachhaltige Stadtviertel gilt, lebendig.
Erforscht wurden auch das soziale und ökologische Gefüge der Städte durch Exkursionen zum urbanen Gärtnern, zur Gestaltung von Spielplätzen und sogar einen geführten Spaziergang durch den Stadtwald, um die Rolle von Grünflächen für die urbane Resilienz zu verstehen.
Von Ideen zu Visionen
Nach drei Tagen der Erkundung verbrachten die Schüler:innen einen ganzen Tag damit, ihr Wissen zusammenzufassen. Jedes Team entwickelte eine Vision, wie die ihm zugewiesene Stadt im Jahr 2050 aussehen könnte – mit einer Kombination aus ökologischer Nachhaltigkeit, sozialer Inklusion und wirtschaftlicher Tragfähigkeit.
Diese Visionen wurden durch kreative Formate zum Leben erweckt, darunter Videos, physische Modelle und interaktive Präsentationen. Den Abschluss der Woche bildete eine Präsentation, bei der die Jugendlichen ihre Ideen ihren Mitschüler:innen vorstellten, gefolgt von einem heiteren Wettbewerb (mit Pizza als wohlverdienter Belohnung für die Gewinner!).
Schülerstimmen
Die Teilnehmenden beschreiben die Woche durchweg als eine der bedeutendsten Lernerfahrungen ihres ersten Jahres. Ein Teilnehmer meinte dazu:
„Insgesamt war die Woche interessant und gut organisiert. Ich mochte die Mischung aus Workshops, Datenerhebung und Gruppenarbeit. Die Begegnung mit den BBUG-Gästen war eine gute Erfahrung, weil wir verschiedene Perspektiven hören konnten.
“
Andere betonten den Wert des Ausstiegs aus den traditionellen akademischen Strukturen:
„Es war erfrischend, auf so praktische Weise zu lernen – tatsächlich zu sehen, wie Städte funktionieren und über reale Lösungen nachzudenken, hat alles relevanter gemacht.“
„In einem Team an einer Stadt zu arbeiten, die keiner von uns kannte, hat uns dazu gebracht, kreativ und aufgeschlossen zu sein. Es hat mir gezeigt, wie komplex, aber auch wie aufregend die Stadtplanung sein kann.“
Eine andere Art des Lernens
Die „Liveable Cities of the Future Week“ verkörpert den Geist der Erlebnispädagogik am UWC Robert Bosch College. Durch die Kombination von interdisziplinärem Lernen, Engagement in der realen Welt und kreativem Ausdruck bietet das Programm den Schüler:innen eine kreative Alternative zum Studium im Klassenzimmer.
Noch wichtiger ist, dass sie mit den Werkzeugen – und der Einstellung – ausgestattet werden, um sich eine lebenswertere, nachhaltige Zukunft vorstellen und gestalten zu können.

