24. Januar 2018

Ungleichheit im Fokus

Schülerinnen und Schüler des UWC haben am 22. Januar den Thementag zur „Ungleichheit“ besucht und organisiert. Thementage finden viermal pro Jahr statt und stellen ein Konzept in den Vordergrund, das mithilfe von Workshops, Seminaren, Spielen und Vorträgen näher beleuchtet wird. Im Herbstsemester waren das Nachhaltigkeit und interreligiöser Dialog, im März wird im Rahmen des MUN-Tages das UN-Modell simuliert.

Am Thementag ging es den Organisatoren vor allem darum, unterschiedliche Formen von Ungleichheit kennenzulernen und in die Diskussion miteinzubringen. „Jeder hier am College hat schon einmal Erfahrung mit Ungleichheit gemacht; es gibt viele Arten, dies zu erleben,“ so Schüler Ibrahim aus Pakistan, der gemeinsam mit weiteren Jugendlichen sowie Lehrerinnen und Lehrern den Tag gestaltete. Seminarthemen waren unter anderem:  afroamerikanischer Feminismus und Lyrik, Kinderarmut in Deutschland, Bildungsunterschiede im ländlichen Costa Rica, Hiphop als Mittel zu sozialer Veränderung oder ‚Warum ich mich mit Weißen nicht mehr über Rassenfragen unterhalte‘.

Neben Planspielen und Workshops fanden auch persönliche Testimonials Raum: Schülerin Juni aus Nepal präsentierte im Plenum das ‚Chhaupadi-System‘, welches im ländlichen Nepal Frauen während der Menstruation in eine abseits vom Haus gelegene Hütte oder einen ungeschützten Schlafplatz im Freien verdammt – weil sie dann als unrein gelten. Für sie ist dies ein Ausdruck von Ungleichheit und Ungerechtigkeit und schafft vor allem sehr gefährlich Bedingungen für Frauen – Schlangenbisse, Vergewaltigungen, Erfrieren zum Beispiel: „Alle Formen von Ungleichheit, die wir heute kennengelernt haben, sind unglaublich relevant. Doch ich bin zuallererst ein Mädchen, und es ist mir wichtig, das Thema anzusprechen.“

Kalsoum aus dem Senegal erlebt das Gefühl von Ungleichheit hier in Deutschland täglich: „Es macht mich so wütend.“ Ähnlich wie Seminarleiterin Alessa von der Freiburger Universität betont sie, dass die Erfahrung von Weiblichkeit überall eine andere ist. Im Seminar zum afroamerikanischen Feminismus versuchten die Teilnehmer, Kategorien aufzubrechen und auch die Unterschiede innerhalb der Frauenbewegung darzustellen – auch anhand von Lyrik.

Die Abschlussveranstaltung rundete Musiker Intare aus Berlin mit seinen selbstgeschriebenen Hip-Hop beats ab: coole Klänge mit politischen Inhalten, die das Auditorium anheizten – und zum Nachdenken brachten.

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